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Jahresbericht des Stadtarchivs: Ausrichtung des "Tages der Archive" als Höhepunkt 2018

Für die Suche nach Familienmitgliedern, für die Recherche zur Ortsgeschichte oder im Zusammenhang mit der Verlegung von „Stolpersteinen“, für die Einsicht in alte Bauakten sowie für die Klärung von Eigentumsverhältnissen sind auch im abgelaufenen Jahr wieder viele Besucher und Nutzer ins Stadtarchiv Hungen auf Hof Grass gekommen. Stadtarchivar Erhard Eller begrüßte 83 Benutzer und 116 Besucher des Archivs und beantwortete rund 400 Anfragen.

Unter den Benutzern und Besuchern befanden sich auch wieder zwei „Gäste“ aus dem Ausland, und zwar Daniel Ben-Sefer aus Australien, dessen Vorfahren aus Hungen stammten und Heidi Grunebaum aus Südafrika, deren Urgroßeltern Oppenheimer ebenfalls in Hungen lebten. Beide besuchten Hungen schon zum wiederholten Male.

Höhepunkt war 2018 die gemeinsame Veranstaltung der Kommunalarchive des Landkreises Gießen anlässlich des bundesweiten Tages der Archive auf Hof Grass.

Die beteiligten Kommunalarchive hatten sich dazu entschieden, eine Lesung aus Archivunterlagen zum diesjährigen Motto „Demokratie und Bürgerrechte“ zu gestalten. Unter dem Titel „Im Dickicht der Obrigkeit: Der Mensch im Kampf um’s Heimatrecht“ fand dann am 4. März 2018 auf Hof Grass eine Lesung statt, die von den Gießener Schauspielern Mirjam Sommer und Sebastian Songin eindrucksvoll den circa 50 Besuchern präsentiert wurde.

Unter anderem wurde ein Beitrag aus dem Hungener Stadtarchiv über die Bemühungen des langjährigen jüdischen Religionslehrer Salomon Salomonsohn, der als Ortsbürger aufgenommen werden wollte, vorgetragen. Die Aufnahme Salomonsohns wurde vom Ortsvorstand immer wieder mit unterschiedlichen Begründungen abgelehnt. Salomonsohn wurde erst nach Anordnung der übergeordneten Behörde fast fünf Jahre nach seinem Begehren, als Ortsbürger aufgenommen. Nach der Lesung führte Stadtarchivar Erhard Eller die zahlreich erschienenen Besucher durch das Archiv und stellte ausgewählte Archivalien vor.

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