Stromerzeugung durch Photovoltaik

Im Bereich der Photovoltaik wurde von der Stadtverordnetenversammlung im Oktober 2008 beschlossen, dass die Stromerzeugung mit Photovoltaik zukünftig als neuer Betriebszweig in den Eigenbetrieb "Stadtwerke Hungen" eingegliedert wird.

Hierbei sollen unter anderem ausgewählte Dachflächen von städtischen Liegenschaften zur Errichtung von Photovoltaikanlagen an die Stadtwerke Hungen vermietet werden.

Darüber hinaus wurden Freiflächenstandorte auf ihre Eignung hin geprüft, um eine möglichst umfangreiche Nutzung der Sonnenenergie zu erzielen. Als günstiger Standort hat sich hierbei die sogenannte Halde im Stadtteil TraisHorloff gezeigt. Hier haben sich gute Ausgangsbedingungen für einen großflächigen Solarpark ergeben.

Aus Sicht der Stadt Hungen waren als Vorteile des Solarparks zu nennen:

  • Agendaziel der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien wird in hohem Maße erreicht
  • Stärkung des Standortes Hungen als umweltbewusste Kommune im Landkreis Gießen und in Mittelhessen
  • Verstärkte Sensibilisierung der Bevölkerung Hungens für erneuerbare Energien
  • Erzeugung von umweltfreundlichem Stromfür rund 800 Haushalte
  • Einnahmenverbesserung im Haushalt durch höherwertige Nutzung der bisherigen landwirtschaftlichen Flächen
  • Positive Nebeneffekte für das in der Nachbarschaft geplante Industrie- und Gewerbegebiet

Nach Abschluss des Ausschreibungsverfahrens verblieb ein Angebot mit feststehenden kristallinen PV-Modulen, das sich wie folgt darstellte:

  • Leistung des Solarparks 2.856,96 kWp
  • Investitionssumme (netto) 7,43 Mio. €
  • unter Berücksichtigung aller Ausgaben (10,84 Mio. €) und Einnahmen (16,79 Mio. €) ergibt sich ein Überschuss von 5,95 Mio. €

Die Stadtverordnetenversammlung hat in der Sitzung am 10. September 2009 die Entscheidung getroffen, die alleinige Ausführung durch die Stadtwerke Hungen mit Ausschreibung der Arbeiten und der Betriebsführung umzusetzen.

Die Stadt produziert mit dem Solarpark jährlich rund 2,6 Mio. kWh, dies entspricht ca. zwei Dritteln des städtischen Stromverbrauchs.

An Weihnachten 2009 ging dann im Hungener Stadtteil Trais-Horloff der größte kommunale Solarpark Hessens ans Netz. Die Stadt Hungen konnte damit eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien einnehmen. Nach nur etwas mehr als zwei Monaten Bauzeit konnte eines der ambitioniertesten Projekte der Stadt erfolgreich abgeschlossen werden.

Die Dimensionen des Solarparks setzten für den mittelhessischen Raum neue Maßstäbe. Die Leistung der Freiflächenanlage beläuft sich auf ca. 2,9 MW. Damit kann der durchschnittliche Strombedarf von etwa 800 Haushalten gedeckt werden.

Darüber hinaus werden jährlich ca. 1900 Tonnen an C02 eingespart, wovon auch die Umwelt profitiert.
2010 wurden rund 400.000 kWh mehr Strom in das Netz der OVAG eingespeist, als das Ertragsgutachten prognostiziert hatte, nämlich fast genau 3 Mio. kWh, 2011 wurde dieser Wert noch übertroffen. Es wurden rund 3,3 Mio. kWh produziert.

Die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung hat sich somit bisher als richtig erwiesen. Der Betrieb des Solarparks als Zweig der Stadtwerke Hungen hat sichtrotz der hohen Investitionssumme von rund 7,5 Mio. € (netto) bezahlt gemacht und dient mit seinen jährlichen Überschüssen unter anderem auch zur Sanierung des städtischen Haushaltes.

Neben der Freiflächenanlage konnten in der Folge dann Dachflächenanlagen auf dem Dorfgemeinschaftshaus Rodheim, dem Kindergarten Bellersheim oder dem Feuerwehrgerätehaus Inheiden errichtet werden.