Kommunales Klimaschutzkonzept

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Die Kommunen werden in den nächsten Jahrzehnten zunehmend vom Klimawandel betroffen sein. Steigende Durchschnittstemperaturen werden zu einem steigenden Meeresspiegel führen. Unwetter und Starkniederschläge werden zunehmen.

Die Kommunen werden aller Voraussicht nach noch verschiedene Anpassungsmaßnahmen ergreifen müssen, darüber hinaus müssen aber auch die C0²-Emissionen reduziert werden. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den C0²-Ausstoß bis 2020 um 40% zu reduzieren und fördert im Rahmen der Klimaschutzinitiative die Ersteilung von kommunalen Klimaschutzkonzepten.

Kommunen und Regionen sollten ihre Energieversorgung kurz- und mittelfristig komplett durch erneuerbare Energien bestreiten können.

Elemente der Entwicklung von 100%-Erneuerbare-Energie-Regionen sind die dezentrale Energieerzeugung durch eine kombinierte Nutzung verschiedener erneuerbarer Energien (Sonne, Wind, Wasser, Biomasse, Erdwärme), die Reduzierung des Energieverbrauchs durch Effizienzsteigerungen und Energieeinsparungen über verändertes Nutzerverhalten.
Hungen hat in dieser Hinsicht einen großen Schritt mit dem Solarpark getan, aber das darf nur der Anfang sein.

Die Stadtverordnetenversammlung hat daher in ihrer Sitzung am 1. Juni 2010 die Aufstellung eines Klimaschutzkonzeptes mit dem Ziel, kurz- und mittelfristig den Energiebedarf vollständig durch erneuerbare Energien decken zu können, beschlossen.

Der Magistrat wurde beauftragt, Fördermittel für die Aufstellung eines Klimaschutzkonzeptes
zu beantragen und zu prüfen, ob und welche Gemeinden sich gemeinsam mit der Stadt Hungen im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit an der Aufstellung beteiligen möchten. Dies wurde durch die Verwaltung zum Anlass genommen benachbarte Kommunen für das Projekt zu gewinnen.

Im Rahmen von Arbeitsgruppensitzungen wurden mit der Stadt Schotten und der Gemeinde Wölfersheim sehr intensive Gespräche geführt. Als Ergebnis wurde Folgendes festgehalten:

Die Bürgermeister der Stadt Hungen, der Stadt Schotten und der Gemeinde Wölfersheim haben sich darüber verständigt, ein gemeinsames kommunales Klimaschutzkonzept nach der BMU-Richtlinie durchzuführen. Die Strategie in Bezug auf die Zusammenarbeit und die Beantragung beim Fördergeber wurde gemeinsam geklärt.

Die Gemeinsamkeiten der drei Kommunen liegen zunächst in dem Bestreben, die Klimaschutzaktivitäten innerhalb der jeweiligen Gemeinden zu verstärken. Dabei sind die Städte Schotten und Hungen über die Landkreise Gießen und den Vogelsbergkreis in der Bioenergieregion Mittelhessen vernetzt, welche im Rahmen des Bundeswettbewerbes "Bioenergieregionen" an erkannt wurde. Die Kommunen Hungen und Wölfersheim wiederum kooperieren im Regionalparkprojekt "Wetterauer Seenplatte" im Bereich Tourismusentwicklung.

Den Kommunen Wölfersheim und Hungen ist die Bergbaugeschichte und die (stillgelegte) Eisenbahnlinie gemeinsam, ebenso die topografische Lage in der Horloffaue.

Allen gemeinsam ist die Energieversorgung über die ovag Energie AG (Strom) und die Oberhessen-Gas (Gas), welche dem Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) angehören. Ziel aller drei Gemeinden ist die Bildung einer interkommunalen Kooperation, bei der sowohl die Unterschiede als auch die Gemeinsamkeiten, über die Landkreisgrenzen hinweg, der Förderung von Klimaschutzaktivitäten zunutze gemacht werden.

Mit Beschluss vom 21. Juni 2011 wurde eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung (ÖRV) zwecks Gründung einer kommunalen Arbeitsgemeinschaft zur Durchführung des "Interkommunalen Klimaschutzprojektes Hungen - Schotten - Wölfersheim" beschlossen.

Mit Zuwendungsbescheid vom 10. August 2011 haben die Kommunen Hungen, Schotten und Wölfersheim eine Zuwendung in Höhe von 72.129 € erhalten. Das Gesamtvolumen des Vorhabens beträgt 110.968 €.

Klimaschutzkonzepte dienen als strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für zukünftige Klimaschutzanstrengungen. Ein Klimaschutzkonzept zeigt kommunalen und auch anderen Entscheidungsträgern, welche technischen und wirtschaftlichen C0²-Minderungspotenziale bestehen und welche Maßnahmen zur Verfügung stehen, um kurz-, mittel- und langfristig C0²- Emmissionen einzusparen und den Energieverbrauch zu senken.

www.interkommunaler-klimaschutz.de/