Natur - Landschafts und Naturschutzgebiete
Bekanntlich liegt Hungen eingebettet in einer landschaftlich sehr reizvollen Umgegend: Am Fuße des Vogelberges und am Nordrand der Wetterau ist Hungen von einem etwa 300 ha großen Naturschutzgebiet umgeben.
Zum Landschaftsschutzgebiet "Vogelsberg-Spessart" gehören Teile der Gemarkungen der Kernstadt sowie die Stadtteile Langd, Rabertshausen, Rodheim und Villingen. Die westliche Grenze verläuft entlang der L 3137 beziehungsweise der B 457.
Das Landschaftsschutzgebiet "Auenverbund Wetterau" umfaßt die Auenbereiche der Horloff (Nidda, Nidder, Wetter und Seemenbach). Der Schutz der Talauen, besonders der Feuchtwiesen, die der spezifischen Pflanzenwelt Lebensraum und Zugvögeln Rast- und Überwinterungsplätze bieten, ist hier von großer Bedeutung.
Weiterhin gibt es verschiedene Naturschutzgebiete:
- Das 7,66 ha große Schutzgebiet "Am Wallenberg" bei Villingen, ein mit Gehölzen bestandener Magerrasen, bietet Lebensraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten.
- "Mairied von Rodheim und Gänsweid von Steinheim" ist ein rund 10 ha umfassender Senkungstricher mit teilweise brachliegenden Schlammflächen, Gräben mit alten Weidenzeilen und abgestorbenem Erlenforst.
- Zum Gebiet "Mittlere Horloffaue", rund 112 ha groß, gehört unter anderem ein ehemaliger Braunkohletagebau, der Untere Krappensee sowie ein feuchtes Wiesendreieck zwischen Horloff und Lehngraben im Südzipfel der Gemarkung. Ein Naturdenkmal ist in der Kernstadt zu finden: der Altholzbestand "Am Galgenberg".
Ansiedlung eines Storchenpaares

Recht kamerascheu zeigte sich das Storchenpaar auf seinem Hochsitz in der Kläranlage Utphe.
Erhard Thörner, Vorstandsmitglied der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) und Rolf Ringshausen vom Abwasserverband Hungen hatten zu einer Information über den Weißstorch in der Wetterau und in den Horloflauen eingeladen und wollten natürlich auch die Storchenfamilie vorführen.
"Sie sehen Natur ist nicht berechenbar" erklärte Erhard Thörner, als sich rund um den Horst nichts tat.
Im Frühjahr hatte sich das Weißstorchenpaar hier angesiedelt. Die Tiere hatten das Nest, das im vergangenen Jahr von Thörner und Ringshausen auf einem ehemaligen Strommast in der Kläranlage errichtet worden war, nach den eigenen Vorstellungen ausgebaut und danach mit der Brut begonnen. Nach Thörners Beobachtungen müsste der Nachwuchs in diesen Tagen schlüpfen.
Damit brüten seit 1962 zum ersten Mal wieder Weißstörche im Kreis Gießen. Die Ursache dafür, dass die Störche immer stärker aus den gewohnten Landstrichen verschwanden war nach Auskunft des Vogelspezialisten die Veränderung der Ernährungsbedingungen. Durch Trockenlegungen von Flussniederungen, die dann in landwirtschaftliche Flächen umfunktioniert wurden, entzog man den Störchen die Nahrung. Erst nach dem das Auenprojekt der HGON, das mit der Renaturierung feuchter Auenabschnitte verbunden war, zu Ende geführt war, kam der Weißstorch wieder. Auf die Initiative der HGON sponserten die Oberhessischen Versorgungsbetriebe (OVAG) fünf Storchenester in der Wetterau. Eines davon das jetzt belegte in Utphe.